Geschichte

Die Geschichte des Tanzes

Tanzen ist eine der ältesten kulturellen Bewegungsformen der Menschen. Der Ursprung geht bis in die Steinzeit zurück: Felsenmalereien und Fußabdrücke bezeugen, dass die Menschheit schon 10.000 Jahre vor Christus getanzt haben. Damals tanzten die Menschen einzeln, ohne sich zu berühren und selten in Reigen- oder Kreisform. Frauen tanzten nur mit Frauen und Männer nur mit Männern.
Vor etwa 5.000 Jahren tanzten erstmals Frauen mit Männern der Paartanz war geboren, entstanden durch die Vermischung der Frauen- und Männerkreise beim Reigen sowie durch die Fronttänze, beide Geschlechter stehen sich gegenüber.

Die ersten gesellschaftlichen Schritte

Die Anfänge des Gesellschaftstanzes liegen etwa 800 Jahre zurück. Im 12. Jahrhundert unterteilten sich die Tänze in sakrale und profane. Die profanen, auch weltlichen, Tänze lehnte die Kirche ab und verbot sie sogar. Das konnte die Tanzfreude der Menschen allerdings nicht schmälern. Die Epoche war durch Trennung von Kirche und Staat sowie durch die Aufteilung der Gesellschaft in Stände, Bauern, Adel und Priesterschaft, geprägt. Ebenso gab es zwischen den Volkstänzen und den Gesellschaftstänzen der Aristokratie eine scharfe Grenze.

Gesellschaftstanz

Der Gesellschaftstanz im engeren Sinn ist ursprünglich der Tanz der vornehmen, gehobenen Gesellschaft. Der heutige Paartanz entwickelte sich im Mittelalter aus zwei verschiedenen Strömungen, dem aristokratischen, höfischen Tanz und dem Bauerntanz. Der höfische Tanz war ein ruhiger Schreittanz mit schleifenden Schritten, sehr sittlich, ein gegenseitiges Umfassen galt als unschicklich.
Der Bauerntanz dagegen wurde sehr ausgelassen, wild, springend und umschlungen getanzt wurde. Hier war direkter Kontakt mit dem Tanzpartner völlig natürlich.
Im Zeitalter des Humanismus entstand das Bürgertum in den Städten. Gebräuche und kulturelle Formen vermischten sich mit denen des Adels. Formationen des Volkstanzes flossen in die des Gesellschaftstanzes und umgekehrt.

Volkstanz – Paarrundtanz
Aus dem höfischen Tanz und dem Bauerntanz entwickelten sich zwei Richtungen: Die eine ist der kultivierte Volkstanz, die andere der Gesellschaftstanz als Paarrundtanz. Durch die Verweltlichung des gesellschaftlichen Lebens gab es immer mehr Tanzfeste und Bälle, die ersten Tanzmeister tauchten auf, die ersten Tanzhäuser gegründet. Im 16. und 17. Jahrhundert gewannen die Höfe wieder an Macht. Ludwig XIV. gründete 1661 die erste Tanzakademie. Während der Industrialisierung entstanden ab 1870 neue Tanzformen, die durch eine enge Tanzhaltung gekennzeichnet waren.

Quelle ADTV.de